Angedacht, Andacht, nachgedacht ...

Angedacht, Andacht, nachgedacht ...

Des ganze Gald kaa mer ah net mit ins Grob namme.

(alte erzgebirgische Weisheit)

Und Jesus sprach zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor aller Habgier; denn niemand lebt davon, daß er viele Güter hat.
(Lukas 12, 15)

Sicher bist du ein Mensch, wie jeder andere und hast so deine Träume und Vorstellungen, wie dein Leben mal aussehen soll: Ein guter Job mit guter Bezahlung, einen ordentliche fahrbaren Untersatz, ein Haus mit zufriedenstellendem Lebensstandard und das Gefühl, sich finanziell um nichts sorgen zu müssen...

Spätestens nach der Ausbildung oder dem Studium stellt man fest, daß sich vieles davon nicht so leicht verwirklichen läßt. Zunächst einmal ist es heutzutage schwierig, überhaupt eine Arbeit zu finden. Und wenn man dann doch eine hat, lebt man von der Hand in den Mund. Mit dem monatlichen Gehalt gehen gleich die monatlichen Unterhaltungskosten drauf (Miete, Strom, Benzin, Essen, Versicherungen usw.) Es bleibt unterm Strich kaum was übrig. Dabei möchte man sich doch einen ordentlichen Lebensstandard gönnen: Die zusammengesuchten uralten Möbel von Hinz und Kunz geben langsam den Geist auf oder gehen einem auf die Nerven. Da braucht man ein neues Sofa, einen neuen Schrank, elektrische Küchengeräte... (Ich könnte noch etliches aufzählen!) Neben all diesen Sachen will man sich auch mal was Gutes tun, um im Alltag nicht unterzugehen und mal abzuspannen. Da wäre Kino mal nicht schlecht, interessante kulturelle Veranstaltungen, mal schick Essen gehen...

Selbst als Christ, ist es nicht gerade einfach, in dieser Situation einen klaren Kopf zu behalten. Wie schnell denkt man sehnsüchtig an seine Träume, an seine perfekte Lebensvorstellung? Und wie schnell kotzt es einen an, wenn man dann Leute sieht, die alles in den Hintern geschoben kriegen und sich übers Geld überhaupt keine Sorgen machen müssen. Das kann einen mitunter schon ganz schön fertig machen.

Und grade da, wenn wir vor unseren geplatzten Träumen stehen oder einen unüberwindbaren Berg vor uns sehen, auf dessen anderen Seite wenigstens etwas Luxus ist, sagt Jesus, wir sollen nicht habgierig sein! Unsere Ansprüche haben wir ja schon lang runter geschraubt und doch scheinen sie Jesus noch zu hoch. Warum gönnt er uns nicht ein wenig Luxus, warum sollten wir auf alles verzichten?

Die Antwort ist gar nicht mal so schwer: Der Mensch ist und bleibt so, daß er immer nach größerem strebt. Hat er sich den Traum eines neuen Sofas erfüllt, kommt der nächste Wunsch. Ist dann auch die Schrankwand da, wäre eine neue Küche auch nicht schlecht... Der Mensch ist eben einfach nicht zufrieden zu stellen.

Ich hab einmal einen Spruch gelesen, der lautete: „Weise ist der Mensch, der dem Glück nicht hinterher rennt wie einem Schmetterling, sondern mit dem zufrieden ist, was er hat.“ Deutlicher kann man’s nicht sagen. Wenn wir ehrlich sind können wir für so vieles dankbar sein. Ist doch egal, wie alt das Sofa ist, Hauptsache man hat überhaupt ein Dach über dem Kopf! Und wenn wir nicht jeden Tag ins Nobelrestaurant können - na und? Hauptsache, wir werden überhaupt satt. Jesus lehrt uns nicht alles als selbstverständlich anzusehen, sondern auch für kleine alltägliche Dinge zu danken. Wir haben allen Grund uns zufrieden zurück zu lehnen.

Von alten Menschen hört man schon oft mal den Satz: „Des ganze Gald kaa mer ah net mit ins Grob namme.“ Wie recht sie haben! Wir sollen jetzt leben, mit dem, was wir haben, was Gott uns schenkt und nicht nur nach den luxuriösen Gütern eifern.

Außerdem sollten wir nicht vergessen, welche Möglichkeiten Gott hat, ganz kleine Dinge groß werden zu lassen. Denken wir doch nur mal an die Speisung der 5000! Und auch bei uns im Alltag können wir mit wenigen Mitteln uns und andere glücklich machen. Vielleicht haben wir nicht das Geld auf jedes Konzert zu gehen. Aber wir haben Freunde, mit denen wir einen gemütlichen Spiele- oder Fernsehabend machen können, oder ne Fahrradtour, oder ein Picknick... Alles Sachen, die nix groß kosten! Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Also kann ich euch nur raten, seid dankbar, für alles, was Gott euch gibt und macht was draus! Die Zufriedenheit, die Gott euch somit schenkt ist unbezahlbar, und doch kann sie sich jeder leisten.

Eure Diana Schäffner (JG Eibenstock)

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