Angedacht, Andacht, nachgedacht ...

Angedacht, Andacht, nachgedacht ...

Alles hat seine Zeit und jegliches Vornehmen unter dem Himmel seine Stunde.

Andacht Prediger 3,1

Es ist ein Spruch, welcher der eine oder andere schon einmal gehört oder zugesprochen bekommen hat.

Egal in welcher Situation wir sind, aber kann dieser Spruch uns wirklich immer Geduld und Ruhe für unser Leben geben? Es ist nicht immer leicht gerade auf diese bestimmte Zeit zu warten.

Wie wir es so gern sagen: "Es wird schon wieder".

Alles hat seine Zeit.

So ist es auch mit dem Wechselspiel der Jahreszeiten. Ohne ihm gäbe es kein Leben auf unserem Planeten. Die Erde kann nicht pausenlos Früchte produzieren. Sie benötigt Ruhe- und Erholungsphasen. Wie wir Menschen. Wir können auch nicht immer Höchstleistungen bringen, sondern müssen manchmal die Ruder einziehen und unser Boot am Land verankern. Manchmal geschieht das unfreiwillig, vielleicht durch Krankheit, Arbeitslosigkeit oder völlige Überlastung. Dann hat Gott möglicherweise die Notbremse gezogen, um Schlimmeres zu verhindern.

Auch für mich hieß es im vergangenen Jahr, Ruhe- und Erholungsphasen zu benötigen. Und gerade in so einer Situation ist es schwer, mit der Zeit sinnvoll umzugehen und Vertrauen auf das Kommende zu haben. Ich bin froh und dankbar, dass ich dies nicht alles allein bewältigen musste, und meine Familie und Freunde hinter mir standen und Kraft gaben. Ganz besonders dankbar bin ich Gott, da er mir Geduld und Zuversicht schenkte. Auch als ich zweifelte und schwach war, bin ich mir sicher, dass Gott mich führte und mir ganz nah war.

Ich freu mich heut sagen zu können, dass es mir sehr gut geht und ich im neuen Jahr die Gelegenheit bekomme , eine Umschulung zu beginnen.Nun kann ich den Anker meines Bootes wieder lösen und die Ruder in die Hände nehmen.

Alles hat seine Zeit.

Das gilt nicht nur für ein ausgewogenes Verhältnis von Aktivität und Ruhe, sondern auch für die Jahreszeiten unseres Lebens.

Da ist zunächst der Frühling mit seiner Aufbruchstimmung und den großen Zielen. Überschäumendes Leben, das niemals zu enden scheint. Danach kommt der Sommer. Lange Tage, kurze Nächte, viel Arbeit, aber auch große Freude. Und manchmal schon ein Hauch von Wehmut, eine Ahnung des beginnenden Herbstes mit seinen Begrenzungen. Und irgendwann stellt sich der Winter ein. Kälte in allen Gliedern.

Doch Gott macht uns die Augen auf, wir werden Herbst und Winter bejahen und ihre Schönheiten wahrnehmen können, denn nach dem Winter kommt der Frühling.

Ich möchte uns Mut machen, damit wir nicht verzagen und hoffnungslos werden, sondern die Nähe Gottes immer spüren können und auf den Frühling warten. Ich wünsche uns ein überschäumendes Leben, das niemals zu enden scheint.

Es grüßt euch

Thomas Berthold Grünstädtel

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